Trachtenhaus Karl Jäger - Reiter-Loden®

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Lodenstoffe aus der Lodenweberei Josef Reiter in Dietramszell

Im oberbayerischen Dietramszell befindet sich noch eine der wenigen bayerischen Lodenwebereien die bis heute Bestand haben. Sepp Reiter, Sohn eines Landwirts betreibt seine Weberei seit über vier Jahrzehnten und hat sich voll und ganz dem wollenen Stoff verschrieben. Nach seiner Lehrzeit als Handweber im Tergernseer Tal, studierte er auf der Aachener Textilingenieurschule und konnte nach einigen Jahren Praktikum in England seine Kenntnisse intensiv ausbauen. So wurde er bald ein gefragter Fachmann und konnte in die Dienste einer rennomierten bayerischen Tuchfabrik in leitende Stellung gehen. Die Weberei zu Hause aber betrieb Josef Reiter auch weiterhin und wurde mit seinen hochwertigen Lodenstoffen bald über die lokalen Grenzen hinaus bekannt.

Loden (abgeleitet aus dem altdeutschen "Lodo", was soviel heißt wie Ballen oder Haare) ist ein Wollgewebe, das durch walken komprimiert wird und dadurch den unverwechselbaren Charakter erhält. Bereits im 11. Jahrhundert haben die Bergbauern in den Alpen ihren ersten eigenen Loden hergestellt. Die Bäuerinnen wuschen die Schafswolle, immer darauf bedacht nicht das Wollfett wegzuwaschen, sponnen sie zu einem festen Garn und webten mit primitivsten Mitteln einen groben Wollstoff. Dann wurde das derbe Tuch gewalkt, früher mit Seife, heute mit synthetischen Hilfsmitteln. So verdichtete sich der Stoff zu einem geschlossenen Filz. Für das Überleben der Bauern aus den Bergen war diese Bekleidung aus warmer und zugleich Wasser abweisender Schafwolle unabdingbar.

Josef Reiter schwört auf die Eigenschaften des Lodens. Für die Witterungbedingungen in den Alpen, aber auch anderswo im Hochland, sei das Material ideal. Wolle kann bis zu einem fünftel des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und fühlt sich dennoch nicht naß an. Durch die zahllosen Luftlücken und Luftbläßchen in der Wollfaser findet ständig lebhafte Zirkulation und Entlüftung statt. Wenn sich die dicke, derbe und dennoch elastische Wollfaser spreizt, stemmt sie sich gegen die Haut, hält aber das Gewebe von der unmittelbaren Hautberührung, dem Ankleben, fern. So bleibt selbst bei Nässe in jedem Fall ein kleiner Hautabstand als "Atmungsspalt" frei. Kein anderer natürlicher Stoff ist so atmungsaktiv.

Heute werden in der Dietramszeller Weberei Lodenstoffe mit einem ganz besonderen Charakter gewebt. Zur Verwendung kommen hauptsächlich heimische Naturwollen aber auch Qualitätswollen aus Südamerika, Neuseeland oder Australien. Je nach Farbe und Feinheit werden die passenden Wolltypen sorgfältig ausgesucht und nach eigenen Kriterien zur gewünschten Farbe zusammenmelangiert. In dem Zusammenspiel von Farbe, Garnfeinheit, Gewebedichte und Walkausrüstung liegt die Kunst des "Lodenmachens". Wie auch in anderen Handwerksberufen braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Der edle Stoff wird dann an Scheidereien zur Weiterverarbeitung geliefert. Eine großer Teil wird aber in der Schneiderei des Trachtenhauses Karl Jaeger in Miesbach verarbeitet, das sich im Besitz der Familie Reiter befindet. Hergestellt werden traditionelle und klassische Trachten die nicht nur in der Region sehr beliebt sind. Selbstverständlich sind diese Stoffe aber auch im eigenen kleinen Geschäft in Dietramszell erhältlich (siehe: Geschäfte).



In Miesbach, der Wiege der Tracht, bieten wir seit 1876 traditionelle und zeitlos schöne Trachten vom Feinsten an. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nachwievor veredeln wir auch Stoffe eigener Fertigung zu traditioneller, bayrischer Tracht höchster Qualität. In unseren Geschäften wartet eine tiefe Auswahl an Loden und Trachtenbekleidung auf Sie. Als Hersteller mit 125 Jahren Erfahrung können wir auch auf Ihre speziellen Wünsche Eingehen.